Da wir uns nicht nur um "Hund, Katze, Maus "kümmern sondern auch um Wildtiere, entsteht auf dieser Seite eine Sammlung mit Berichten über die Aufzucht und Fotos unserer "wilden" Pfleglinge.
Oberstes Ziel bei der Aufzucht von Jungtieren und Pflege verletzter Wildtiere ist die anschließende Auswilderung. Das funktioniert leider nicht immer und somit haben wir doch etliche Tiere bei uns im sogenannten "betreuten Wohnen" oder müssen gegebenenfalls einen Wildpark finden der sie aufnehmen kann.Und das ist sehr oft ein schwieriges Unterfangen.


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Ein Dachs kommt selten alleine

Februar 2014

Wie Sie ja wahrscheinlich wissen helfen wir nicht nur "Hund, Katze und Maus" sondern auch immer mal wieder Wildtieren. In diesem Fall ist hier ein Tier angekommen welches zu den Gattungen gehört welche ich nicht unbedingt pflegen wollte, es hat sich aber nun anderes ergeben.
In Kassel, mitten auf den Straßenbahnschienen an einer Haltestelle lag am vergangenen Freitag ein angefahrener Dachs. Das Ordnungsamt Kassel wurde gerufen und brachte den Dachs, der keinen Muckser mehr machte, in die Tierklinik Dr. Döring. Die wiederum riefen mich an ob ich das Tier übernehmen könnte und machten eine Erstversorgung, so richtig den Dachs zu untersuchen trauten sie sich aber doch nicht. Am Samstag konnte ich ihn aus Zeitmangel nicht holen, außerdem musste erst einmal überlegt werden wo wir das Tier unterbringen, so ein Dachs ist nämlich nicht so ohne Weiteres zu händeln.
Am Sonntag Vormittag rief die Klinik wieder an, ob ich denn das Tier bald holen würde, es sei nun nämlich noch ein kleines Problem aufgetaucht, der Dachs hätte vergangene Nacht zwei Welpen geboren !
Oh je, das hatte uns gerade noch gefehlt ! Es ist zwar bald die Zeit das die Dachse ihre Jungen gebären aber in diesem Fall denke ich das es durch den Stress zu einer Frühgeburt gekommen ist. Eins läge allerdings schon leblos da und auf meine Frage hin, ob sie es nicht rausgenommen hätten um zu schauen ob es noch lebt kam die entrüstete Antwort:
" Da faß ich doch nicht rein, die spuckt Gift und Galle !! " Na, aber ich sollte, oder ?
Wir also ins Auto und nach Kassel gesaust. Die Aktion, den Dachs aus der Quarantänebox zu bekommen ist kaum zu beschreiben, ging aber letzt endlich ohne Verletzungen aller Beteiligten ab. Allerdings konnten wir eine große Verletzung an der Schulter sehen, da ist sie wahrscheinlich von der Straßenbahn erwischt worden. Alles ab ins Auto und auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause mit der tierischen Fracht.
Das Dachsbaby haben wir dann in einen großen runden weich ausgepolsterten Weidenkorb gelegt, der aussieht wie eine Höhle, die Mama direkt davor in ihrem geöffneten Transportkorb gestellt und sie kroch auch sofort zu ihrem Kind in den Korb. Futter und Wasser hingestellt und gehofft, sie nimmt das Kleine an und versorgt es. Und dann haben wir sie erst einmal ganz in Ruhe gelassen.
Als ich am nächsten Morgen schaute lag der kleine Dachs außerhalb des Korbes und war leider tot. Ich machte mir natürlich Vorwürfe. Hätte ich den Zwerg nicht doch selber großziehen können? Der Mutter aber ihr Kind wegnehmen? Und so frisch geborene Dachskinder großzuziehen ist auch nicht einfach, die Mutter kann es eigentlich besser aber schade war es schon das der kleine Dachs nicht überlebt hat.
Als wir am Abend noch mal nach dem Dächsin schauten hatte sie zwar immer noch nichts gefressen aber wir hörten ein leises " Quietschen " ! Es war noch ein Baby geboren !! Dieses Geräusch klang aber nicht so verzweifelt wie das des Babys am Vortag sondern irgendwie "zufriedener". Nun hoffen wir also wieder das alles gut geht, denn selbst wenn ich hätte eingreifen wollen wäre das nicht ohne Verletzungen meinerseits gegangen, Mama Dachs lag genau vor dem Kind und ich hätte über sie drüber greifen müssen um an das Kleine zu kommen und sie hätte mich bestimmt übelst zugerichtet, das wollte ich nun doch nicht riskieren.
Heute Abend lebte es noch, gesehen habe ich es nicht aber gehört und das macht Hoffnung.

Ich werde in Abständen über das weitere Schicksal von Dachsmutter und Kind berichten und bis dahin braucht beide viele gedrückte Daumen.

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 2. April 2014

Der keine Dachs ist nun 7 Wochen alt, hat die Augen auf und mir ist es endlich gelungen mal nah genug ranzukommen und Fotos zu machen. Einen gewissen Abstand sollte man bei Mama Dachs nämlich tunlichst nicht unterschreiten. Der Kleine ist ein absoluter Wonneproppen, hat ja auch die ganze "Milchbar" für sich alleine. Aber seht selbst.



Wer bist denn Du ??



Ich geh dann mal wieder !



Ein schöner Rücken kann auch entzücken !



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3. Juni 2014


Nun ist es fast 16 Wochen her das der kleine Dachs das Licht der Welt erblickt hat und es ist langsam an der Zeit zu gehen. Seine Mutter möchte schon länger weg, das ging aber ja nun mal nicht. Der Kleine ist jetzt aber groß genug um mithalten zu können und so haben wir die Tür aufgelassen damit sie erst einmal ins Gehege können. Das reichte aber nicht, wie es eben so die Natur einens Dachses ist waren am nächsten Morgen etliche Löcher und dementsprechend die dazu gehörenden Haufen Erde im Gehege verteilt und die beiden Dachse waren unter der Gartenhütte verschwunden. Die Zwei hatten gut zu tun in der Nacht!
Am nächsten Abend haben wir dann die Tür vom Gehege einfach aufgelassen und morgens waren sie verschwunden. Futter stellen wir immer noch hin, es ist aber unberührt und ich hoffe, sie haben einen verlassenen Fuchsbau gefunden und sind dort eingezogen.
Alles Gute, Ihr Zwei, und paßt auf Euch auf ,nicht das Euch ein schießwütiger Jäger erwischt !!


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Frischling

Im Jahr 2010 ging es gleich gut los mit einem Tier welches ich noch nicht zum Päppeln hier hatte und welches ich auch nicht unbedingt haben wollte da sie sehr anhänglich werden können und kaum wieder auswilderbar sind. Aber manchmal kommt es anders als man wünscht und nun ist sie hier, das kleine Wildschweinmädchen
Gefunden auf einer Straße, hungrig, einsam und verlassen, knapp eine Woche alt, die Nabelschnur war noch nicht abgefallen. Cirka alle 3 Stunden braucht sie die Flasche, auch nachts und fordert sie auch lautstark ein. Sie ist sehr anhänglich mittlerweile, glücklicherweise kuschelt sie sich auch mal an die Katzen, sonst könnte ich kaum einen Schritt ohne Schweinchen machen. Das Besondere an ihr ist die Färbung, sie ist nämlich nicht gestreift wie üblich sondern weiß mit schwarzen Punkten, ein Dalmatinerschweinchen sozusagen. Vor fast 100 Jahren sind Hausschweine eingekreuzt worden, hauptsächlich in Polen, weil die Bauern im Herbst oft ihre Schweine zum Eicheln fressen in den Wald geschickt haben und diese Vererbung schlägt immer mal wieder durch. Wenn man im Internet gefleckte Wildschweine eingibt kommt man zu einigen interessanten Abhandlungen über dieses Phänomen.
Hier sind nun erst mal ein paar Bilder und ich werde in unregelmäßigen Abständen weiter über das Aufwachsen des Schweinchens berichten, natürlich auch immer mit aktuellen Fotos.
(Silvia Buchenau)

Nun sind ein paar Wochen vergangen und das Schweinchen wächst und gedeiht und wird immer frecher! Freunde hat sie sich auch gesucht, Katzen sind sehr beliebt, mit denen kann man ja so schön Kuscheln und einen der Kater hat sie sich zum Toben ausgesucht. Eine wilde Hetzjagd geht immer los, mal Schweinchen vorne weg ,verfolgt von Tom, dem Kater und dann umgekehrt, Tom auf der Flucht, gefolgt vom Schweinchen in einer unglaublichen Geschwindigkeit. Wenn ich sehe wie schnell die Kleine schon ist möchte ich nicht in eine wütende Wildschweinhorde geraten! Da kann man wahrscheinlich nur zusehen das man ganz schnell auf den nächsten Baum kommt!!
Hier sind nun einige "Kuschelbilder"

 

 

Das Schweinchen geht mittlerweile mit in den Garten, ich muß nur etwas aufpassen, sie paßt noch unter dem Gartentor durch und ist recht unternehmungslustig! Bekanntschaft mit Helge, dem großen Sussex-Hahn hat sie auch schon gemacht und ihn für gut befunden. Die kleineren Hühner allerdings werden auch schon mal gejagt! Wahrscheinlich gefällt Ihr wenn die Hühnerschar gackernd in alle Richtungen davon rennt! Abends dann ist sie völlig ko. nach so einem anstrengenden Tag.

 

 

 

 

Die Zeit geht ins Land und aus Frischlingen werden Schweine. Loretta hat mittlerweile etwa 25-40 Kilo und ist auf dem besten Weg ein stattliches Wildschwein zu werden. Sie hat ein ausgeprägtes Durchsetzungsvermögen, lediglich vor den Hunden hat sie noch Respekt. Kater Tom spielt nun auch nicht mehr mit ihr, sie ist mittlerweile zu groß und zu schwer. Dafür hat sie einen neuen Freund, Waschbär Milo hat sie sich ausgesucht als seine Freundin und die Beiden sind ein Herz und eine Seele. Diese Freundschaft wird zwar auch nicht von Dauer sein aber im Augenblick bilden die beiden so unterschiedlichen Tiere ein entzückendes Pärchen.

Es ist nun schon Januar 2011 und es wird Zeit mal weiter über das Wildschweinchen zu berichten. Waschbär Milo hat mittlerweile ein neues Zuhause gefunden und Loretta ist größer und größer geworden. Etwas Schlimmes ist auch passiert, das Schweinchen hat sich im Herbst ein Vorderbein gebrochen und der Bruch mußte genagelt werden. Sechs Nägel sind durch den Knochen gebohrt worden ! Passiert ist es bei einer Rennaktion des Schweinchens, sie raste wie angestochen um unser Haus, verschwand um die eine Ecke und kam an der anderen Ecke wieder zum Vorschein, zwischen den Gartenteichen durch und wieder ums Haus. Das Ganze in einem Affenzahn. Bei der letzten Umrundung lief sie leider nicht zwischen den Gartenteichen durch sondern rannte über unsere Holzterrassendecks. Es hatte geregnet, Loretta kam auf dem nassen Holz ins Rutschen und knallte voll vor das nächste Deck. Ergebnis: Bein gebrochen.
Armes Schweinchen, es hat wohl sehr weh getan !
Hier sind nun ein paar Bilder von der Operation die Tierarzt Dr.Kalden vorgenommen hat.

Loretta kommt auf drei Beinen erst mal ganz gut klar, die Drähte kommen jetzt demnächst raus und dann läuft sie hoffentlich wieder ganz normal auf ihren vier Beinen.

Im Anschluß sehen Sie noch ein paar Bilder von letzten Sommer, lustigerweise hat Loretta das Sofa auf der Terrasse für sich entdeckt welches eigentlich zum Sperrmüll sollte. Das mußten wir nun erst einmal aufschieben, ich kann doch dem Schweinchen nicht diesen schönen Liegeplatz wegnehmen ! Auch der dazugehörende Sessel wird gerne und oft  benutzt. Würde man das Schweinchen auswildern können müßte wohl ein Sessel mit in den Wald gestellt werden !!

Apropo auswildern bzw.unterbringen, dies wird sehr schwierig. Wir haben schon etliche Wildparks gefragt, keiner will das Schweinchen. Eine Rotte würde sie vermutlich nicht annehmen da ihr Verhalten völlig anders ist da sie ja per Flasche aufgezogen wurde. Aber auch wegen ihrer Flecken möchte sie keiner da sie diese Gene weitergeben würde. Mal sehen, wie sich alles weiter entwickelt.

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Frischlinge 2012

Am Samstag Abend kamen die ersten Tierkinder dieses Jahres an. Ein bisschen früh, ich hatte gehofft, wir hätten noch etwas länger Ruhe aber die Natur wollte es anders. Nun ist die Nachtruhe erst einmal vorbei, die Zwerge brauchen so alle 3- 4 Stunden ihr Milchfläschchen.
Die Beiden sind etwa 2 Wochen alt, der Mutter ist sozusagen ein "Unfall" passiert, der Jagdpächter brachte die Waisen dann zu mir. Es gab noch ein drittes Schweinchen aber das hatte sich versteckt und war nicht zu finden. Leider wird es die kalte Nacht nicht überlebt haben.
Hier ein Appell an alle Jäger: Man darf zwar bis Ende Januar Wildschweine schießen, aber man muss es nicht !!!Bitte lieber mehrmals genau schauen ob es nicht eine säugende Mutter ist !!!

Und hier sind die Bilder der Kleinen.

 

 

 11.Februar 2012
Es gibt Neues von den Schweinchen zu berichten. Eine befreundete Auffangstation in der Nähe von Köln hat auch einen Frischling, etwa 2 Wochen älter als unsere Beiden, und suchte dringend Gesellschaft um einer Fehlprägung vorzubeugen. Peanut, so heißt der kleine Keiler, dachte schon so langsam, das er auch ein Mensch ist. Und da die Schweinchen ja auf Dauer sowieso nicht hierbleiben können haben wir uns entschlossen die beiden Frischlinge anzugeben, zumal dort auch ein großes Wildschweingehege gerade gebaut wird und dies meinen Garten entschieden schonen wird.
Die erste Begegnung "der dritten Art" verlief so, das Peanut erst mal Angst vor den beiden Zwergen hatte und Fersengeld gab. Nach etwa einer Stunde wurde er mutiger und versuchte, die Kleinen wegzuschubsen, so nach dem Motto: " Die haben im meinem Revier nichts zu suchen! "
Mit einem etwas mulmigen Gefühl sind wir nach Hause gefahren, man hängt ja doch schnell sein Herz an so Kleine, zumal sie mir schon hinterher rannten und ,wenn sie Angst hatten ,sich zwischen meinen Füßen versteckten
Aber die ersten Bilder, die wir bekommen haben, beruhigten uns doch sehr, sie haben sich mittlerweile gefunden, sie liegen nun zu Dritt auf einem Haufen, spielen miteinander, manchmal etwas prollig aber nie böse und somit ist allen gedient. In Abständen bekomme ich neue Bilder geschickt und werde sie hier einstellen, irgend wann wird dann dieser Text zu den Wildtieren verschoben und Sie können dort die Geschichte von Cindy und Bert, so heißen die Beiden nun, weiter verfolgen.
  

 

Das Bild zeigt Peanut "im Geländegang".

8.April 2012

Die Frischlinge sind mittlerweile in das neu gebaute Wildschweingehege gezogen und fühlen sich dort pudelwohl. Dort kann man buddeln und wühlen, sich die Schwarte an Baumstämmen scheuern und es sich einfach schweinisch gut gehen lassen. Das Mädel ist mittlerweile der Chef im Ring und die zwei Herren parieren, sie bestimmt, was gemacht wird und wer zuerst fressen darf. Dreimal dürfen Sie raten wer das ist !
Es ist ein bisschen so wie im richtigen Leben, nicht wahr?

 

 

 

 

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Steinmarder

Eine weitere Tierart, die regelmäßig jeden Sommer bei uns landet sind die Steinmarder. Meistens kleine verlassene Säuglinge, manchmal auch verletzte, ausgewachsene Tiere. Die Kleinen werden mit einer Katzenaufzuchtmilch groß gezogen, später bekommen sie Fleisch in Form von Eintagsküken, Geflügelherzen oder Hühnchenfleisch. Auch Eier verschmähen sie nicht, ich bekomme ab und zu Taubeneier von einem Züchter und das ist jedes Mal ein Festschmaus für die Marderchen. Marder sind als erwachsene Tiere eher Einzelgänger mit einem großen Revier und die Revierkämpfe unter den Rüden sind schon recht heftig und enden auch manchmal mit dem Tod des Gegners. Etwa 70 % der Jungmarder überleben das erste Jahr nicht. Als Pfleglinge sind sie ganz entzückend, man sollte aber zusehen das man auf jedem Fall zwei hat, erstens, um die Fehlprägung so gering wie möglich zu halten und auch, um einen Spielgefährten für das Marderkind zu haben, da die menschliche Haut für diese rauhen Spiele nicht sonderlich gut geeignet ist und sie schon recht heftig dabei zubeißen können. Sollten Sie einmal ein verlassenes Marderkind finden geben sie es lieber in erfahrene Hände. Sie sind zwar niedlich, aber die Auswilderung ist auch nicht so einfach.
Hier sind nun einige Bilder dieser entzückenden Tiere.

Rehkitze (18.10.2010)

Seit ein paar Jahren werden auch mit schöner Regelmäßigkeit verlassene Rehkitze zu uns gebracht. Man sollte bei den Kitzen schon ganz genau schauen, ob sie wirklich verlassen sind, die Rehmütter sind legen ihre Kinder oft ab und sind zum Fressen unterwegs und die Kleinen bleiben ruhig alleine liegen. Ich möchte nicht wissen, wieviel " Kindesentführungen " dabei waren. Sind die Kitze allerdings erst einmal angefa0t worden ist es meistens zu spät, die Mütter nehmen sie dann nicht mehr an. Falls die Kleinen wirklich angefaßt und vielleicht umgesetzt werden müssen sollte man Grasbüschel nehmen damit sie den menschlichen Geruch nicht annehmen.
Manchmal ist aber wirklich ein Rehkitz in Not, vielleicht ist die Mutter verunglückt oder es ist einfach verloren gegangen oder es ist ein Zwillingskitz und einfach zu schwach. In diesem Fall können Sie uns gerne anrufen. Einfach mitnehmen ist allerdings auch nicht gestattet, es muß der zuständige Jagdpächter informiert werden und er kann dann auf sein Aneignungsrecht verzichten, dann ist die Sache in Ordnung, im anderen Fall besteht der Tatbestand der Wilderei. Es ist allerdings immer recht schwierig rauszubekommen wer der zuständige Jagdpächter ist, rufen Sie uns an, vielleicht können wir helfen.
Hier kommen nun einige Fotos von unseren Kitzen, die meisten sind wieder ausgewildert worden, ein Blindes lebt allerdings seit ein paar Jahren bei uns "im betreuten Wohnen".

 

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Waschbären

Hier ist nun eine Spezies, die die Nation teilt. Die Einen finden sie putzig und niedlich, die Anderen verteufeln sie und sind der Ansicht, nur ein " toter Waschbär ist ein guter Waschbär."
Fakt ist, die Waschbären sind seit über 70 Jahren bei uns, gehören seit einigen Jahren offiziell zum einheimischen Wild und wir werden sie nicht mehr los, egal, wie viele von ihnen geschossen, erschlagen, vergiftet und überfahren werden. Es kommen immer wieder die empörten Aussagen: "Die gehören eigentlich hier nicht her ! " Stimmt, aber das können wir über etliche andere Tierarten auch sagen, zum Beispiel das Dammwild, dies kommt nämlich ursprünglich aus Asien und gehört hier auch nicht her. Und es gibt noch viel mehr Tierarten auf die dies zutrifft. Wir sollten also doch lernen, uns mit den Waschbären zu arrangieren. Natürlich haben sie hier keine natürlichen Feinde, und es wird auch eine gewisse Anzahl von Tieren geschossen, ebenso wie bei unseren Füchsen und Rehen und Hasen, nur umbringen um jeden Preis, und nur, weil es ein Waschbär ist, das halte ich für ziemlich daneben.
Ein weiteres Argument gegen die Waschbären höre ich auch immer wieder, "die fressen ja alle unsere Singvögel und plündern die Nester! "
Kein Waschbär klettert gezielt auf einen Baum um ein Nest auszuräubern ! Sicherlich, wenn er darüber " stolpert " frisst er natürlich die Eier auf aber Nester plündern, das macht auch das allerseits beliebte possierliche Eichhörnchen und der Igel frisst nachts die Eier der Bodenbrüter, das sieht nur keiner.
Es kommen hier jedes Jahr etliche Waschbärenkinder an, entweder wurde die Mutter überfahren und die Kleinen irrten hungrig alleine durch die Gegend oder Hausbewohner bekommen plötzlich mit das unter ihrem Dach eine Bärenmutter wohnt. Dann wird leider oft die Mutter eingefangen, im glücklichsten Fall weiter weg wieder rausgelassen, nur die Kleinen sind in diesem Fall zum Verhungern verurteilt. Das wollen viele Leute dann doch nicht, sammeln sie ein und bringen sie zu uns. Ich darf dann alle 4 Stunden rund um die Uhr die Milchfläschchen geben und da wäre eine Mutter gewesen, die das viel besser kann als ich. Von den Kosten für eine Waschbärenaufzucht mal ganz abgesehen. Leider wollen die Hausbesitzer oft nicht warten bis die Mama mit den Kleinen auszieht, das tut sie nämlich nach der Jungenaufzucht. Nach dem Auszug könnte dann der Zugang wieder zugemacht werden, es gibt mittlerweile etliche Möglichkeiten ein Haus vor einem Waschbäreneinzug zu schützen.
Viele Leute fragen mich auch, was ich denn mit den Bärchen mache , wenn sie groß sind. Wir wildern sie nach Möglichkeit nicht wieder aus, die Lebenserwartung ist draußen nicht groß, schon gar nicht bei per Hand aufgezogenen Bärenkindern sondern versuchen, für die Kids einen Wildpark oder auch teilweise Privatpersonen zu finden die ein Gehege haben oder bauen. Das muss relativ groß sein, mindestens 30 m² für 2 Bären mit kleinem Teichbecken und Schutzhaus, eher noch größer. Es muss eine Haltungsgenehmigung vorliegen, je nach Bundesland. Nur für den Fall, das nun Einige nun überlegen ob sie nicht auch Bärchen halten wollen.
Hier kommen nun Bilder der possierlichen Waschbärenkinder, sie haben schon was, diese kleinen "Maskenmonster" !

           

Waschbärchen, ein paar Tage alt, bei einem ist noch die Nabelschnur zu sehen.

           

Hier sind sie schon etwas größer und unternehmungslustiger

So sieht es in der Päppelzeit auf meinem Sofa aus

    

Die Natur wird erkundet

    

         

.......und wieder kleine Bärchen

    

Ein Schläfchen in der Sonne.....

         

Und hier sind die etwas größeren Exemplare zu sehen

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Diese Bilder sind von einer Bekannten aus Österreich zur Verfügung gestellt worden, die seit Jahren Waschbären hält.

 

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Waschbären-Fun

Im Computerzeitalter ist ja vieles möglich und so existieren auch einige lustige Fotomontagen über die "Panzerknacker" im Waschbärenforum und die möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.
Hier also einige nicht so ernst zu nehmende Fotos.

 1. Hallo, hier sind wir

             

2. Getarnt!

      

3.Warum laufen ,wenn es so viel bequemer geht!

 

4. Partnerlook!

5. Kommt Jungs, wir nehmen den Bus!

6.Yoda-Bärchen

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Bilche

Siebenschläfer


Eine weitere Tierart, die man uns ab und zu bringt sind die Bilche. Hauptsächlich sind es die Siebenschläfer, die gefunden werden, sei es, das sie in Gartenhäusern eingezogen sind und dort weg sollen oder auch verletzt aufgefundene Tiere. Weitere Bilcharten sind zum Beispiel der Gartenschläfer oder die Haselmaus.
Bilche sind nachtaktiv, der Siebenschläfer ernährt sich im Sommer hauptsächlich von Früchten, Pilzen, Knospen und verschmäht auch ab und zu kleinere Insekten nicht. Im Herbst frisst er vermehrt fetthaltige Kost, Bucheckern, Kastanien, Eicheln und Haselnüsse. Er braucht dieses Fettpolster da sein Winterschlaf sehr lang ist, von September bis Anfang Mai.
Der Siebenschläfer war 2004 Tier des Jahres, sein Bestand ist aber in Deutschland noch nicht bedroht.

Gartenschläfer

Ein weiterer Vertreter der Bilche ist der Gartenschläfer, er wohnt aber trotz seines Namens vermehrt in Laubwäldern. Er ist ein Allesfresser und ernährt sich von Insekten, Würmern, Schnecken , selbst die großen Weinbergschnecken verschmäht er nicht, Samen, Früchten und Nüssen. Seinen Winterschlaf hält der Gartenschläfer von Oktober bis April.
Die Feinde der liebenswerten Bilche sind Marder, Hauskatzen und Eulen.

Haselmaus

Zu guter Letzt möchte ich noch einen Vertreter der Bilche erwähnen den die meisten Menschen nicht als solchen ansehen, nämlich die kleine Haselmaus. Sie wiegt nur etwa zwischen 15-40 Gramm, ist ungefähr 15 Zentimeter lang, wobei die Hälfte der Länge schon auf den Schwanz entfällt. Sie lebt in Laubwäldern, gerne auf Bäumen und baut dort auch einen Schlafkobel wie ein Eichhörnchen, dort hält sie auch ihren Winterschlaf. Die Haselmaus ist ein Allesfresser, die Nahrung besteht aus Samen, Knospen ,Nüssen, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Die kleine Maus wird in freier Wildbahn etwa 3-4 Jahre alt.
In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ist der Bestand der Haselmaus bedroht und sie steht hier auf der roten Liste und ist besonders geschützt.

 

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Eichhörnchen

Immer mal wieder fallen kleine Eichhörnchen vom Himmel und werden zur Aufzucht hierher gebracht. Sei es, das der Kogel, so heißt das Eichhörnchennest, bei einem Sturm vom Baum fällt, sei es, das die Mutter eins der Kids beim Umzug in einen weiteren Kogel ( Eichhörnchen haben immer mehrere ) verliert, sei es, das eine Krähe oder Elster das Nest plündert und eines der Kleinen zu Boden fällt, es gibt viele Arten, wie ein Eichhörnchenkind verloren gehen kann. Manchmal, leider nicht immer, holt die Mutter es wieder, und manchmal, wenn es Glück hat, findet ein Spaziergänger das verlorene Hörnchen und bringt es in eine Aufzuchtstation. Eichhörnchen sind entzückende Pfleglinge, aber wenn sie größer werden erfordert es allerdings auch Nervenstärke, sie sind sozusagen "hyperaktiv" und marschieren die Gardinen und Schränke hinauf und fressen alles an was nicht niet- und nagelfest ist. Wer ein Hörnchen großziehen möchte sollte schon ein Gehege haben, die Wohnung leidet sonst zu stark und birgt auch zu viele Gefahren für das Hörnchen. Man sollte so einen Findling doch lieber in erfahrene Hände geben. Auch benutzen sie "ihren" Menschen gerne als Kletterbaum und Eichhörnchenkrallen sind schon recht spitz, man ist nach den Kletteraktionen oft mit Kratzern übersäht.
Im Anschluß sehen Sie einige Bilder der kleinen Kletterkünstler, teilweise von uns, teilweise von einer befreundeten Auffangstation zur Verfügung gestellt.