Ein Pfau reist in die weite Welt

 

An einem schönen Tag im April beschloss Alf der Pfau sich die weite Welt anzuschauen. Zu Hause war er in Witzenhausen. Er war ja schon öfters auf Reisen gegangen, aber die führten ihn nur in die nähere Umgebung, denn das Fliegen ist für einen so großen Vogel wie Alf schon recht anstrengend. Er ist ja schließlich kein Kranich der locker tausende von Kilometern schafft.

Von einigen Zugvögeln hatte er gehört wie schön es woanders sei. Es musste doch eine Möglichkeit geben, ohne Fliegerei dorthin zu kommen! Plötzlich hatte er eine Idee! Es kamen doch immer so große Kästen auf 4 Rädern vorbei die etwas auf ihrem Rücken transportierten! Wenn so ein Ding doch mal bei ihm anhalten würde, dann könnte er…! Und nun wartete Alf Tag für Tag darauf das ein Lkw vor seiner Haustür halten würde.

An besagtem Frühlingstag war es dann endlich soweit und Alf nutzte seine Chance. Genau in dem Moment als der Lkw losfahren wollte flog Alf auf die Ladefläche des Autos, und los ging die Fahrt! Hui, war das schnell! Die Straßen und Häuser flogen an ihnen vorbei und schon waren sie raus aus der Stadt. Alf genoss die Fahrt. Wiesen ,Bäume und Sträucher sausten nur so vorbei und die Kühe auf den Weiden glotzten ganz erstaunt. Was für ein mutiger Pfau dachten sie .

Dann tauchten am Horizont wieder Häuser auf und die Fahrt wurde langsamer. In der Stadt Hess. Lichtenau war gerade die Schule aus und viele Kinder sahen Alf auf der Ladefläche sitzen und winkten ihm lachend zu.

Dem Lkw-Fahrer kam das komisch vor. Sonst waren die Leute doch nicht so freundlich! Und sie zeigten auch immer auf seine Ladefläche, ob da etwas nicht in Ordnung war?! Auf dem nächsten Parkplatz hielt er an .OH, was sahen seine Augen? Einen etwas wind zerzausten aber glückliche Pfau!

Was sollte er bloß mit dem Vogel machen ? Da half nur die Polizei. Und die Beamten „verhafteten“ Alf auf der Stelle, wussten aber auch nicht, was sie mit ihm machen sollten. Er hatte ja keinen Ausweis und niemand wusste, wo sein Zuhause war.

Da half wiederum nur der Tierschutzverein. Also Anruf! Als Sylvia Buchenau im Revier eintraf stolzierte Alf stolz vor dem Schreibtisch auf und ab und die Beamten hatten einen Heidenspaß! Nun durfte Alf wieder Auto fahren nur diesmal auf dem Beifahrersitz. Er kam in einem großen Garten an wo viele andere Vögel wohnten aber leider kein anderer Pfau dem er von seinen Abenteuern erzählen konnte.

Alf wurde ganz traurig und ein kleines bisschen Heimweh hatte er auch. Das sah auch Sylvia Buchenau und beschloss Alf zu einem netten Menschen in die Struth nach Fürstenhagen zubringen. Dort gab es Enten, Gänse Hühner und auch andere Pfauen! Oh, war es dort schön für Alf. Der Mensch war nett und die anderen Vögel sehr beeindruckt von seinen Erzählungen. Hier könnte man auch gut leben dachte Alf.

Inzwischen hatte sich Alfs Besitzer große Sorgen gemacht. So lange war sein Pfau doch noch nie weg gewesen! Er fragte alle Leute die er traf ob sie den Pfau gesehen hätten, doch niemand wusste etwas. Also blieb nur ein Anruf bei der Polizei und die hatte tatsächlich von ihren Kollegen aus Heli gehört das da so ein verrückter Vogel auf der Wache abgegeben worden wäre.

Also ins Auto und schnell nach Heli um seinen Liebling abzuholen. Er hatte Alf nämlich vom Ei an großgezogen. Alf freute sich als sein Herrchen mit Fr. Buchenau in der Struth auftauchte um ihn nach Hause zu holen. 

Aber eigentlich war es hier doch auch soooo schön und außerdem war da auch noch diese furchtbar nette Pfauendame….!!!

Sein Besitzer schaute sich den Großen Garten ,die Teiche und die anderen Tiere an und meinte dann, das Alf dort sicher besser aufgehoben sei als bei ihm.

Es wäre sowieso ein Wunder das Alf seine Ausflüge bisher unbeschadet überstanden hätte. Und dann tauschte er kurzerhand Alf gegen eine andere Pfauenhenne ein.

Seitdem hilft Alf seinem neuen Menschen gerne bei der Gartenarbeit ,ist auch bei jedem Grillfest mit dabei, hat eine wunderschöne Pfauenfrau und viel Gesellschaft. Manchmal träumt er noch vom Reisen aber wenn er sich sein neues Reich anschaut sagt er sich: Hier ist es doch am Schönsten!

 

Sylvia Buchenau

 

Stand 7.09.2004

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