Freya, der Fuchs

Freya war ca. 4 Wochen alt als sie gefunden wurde. Es regnete, sie saß patschnass im Gras und war augenscheinlich verlassen. Vier Wochen lang wurde sie liebevoll aufgepäppelt, nur dann wurde es etwas schwierig. Füchse eignen sich nun mal nicht zur Haltung in einer Wohnung und so wurde sie schweren Herzens bei uns abgegeben.

Liebe Zeit, was war sie niedlich!! Einigermaßen zahm, verspielt und außer Rand und Band. Nicht gerade ein Schmusetier. Meine Schäferhündin war ganz begeistert von ihr und das beruhte auf Gegenseitigkeit. Vom Wesen her war sie irgendwie ein Mittelding zwischen Hundewelpe und Katze.

Da Füchse eher dämmerungsaktiv sind schlief Freya tagsüber im Keller und abends siedelte sie in die Außenvoliere meiner Graupapageien um. Die wurden natürlich solange in den Wintergarten gesetzt, man weiß ja nie!!

Das ganze war natürlich auf Dauer keine Lösung. Ein Fuchs ist und bleibt nun mal ein Wildtier und gehört eigentlich in die Freiheit. Freya brauchte Fuchsgesellschaft, musste jagen lernen und den Wald erkunden. Aber der Gedanke das wir abends auf der Terrasse sitzen, es knallen hören und am nächsten Morgen kommt unser Fuchs nicht mehr nach Hause, der behagte uns gar nicht! Außerdem war sie auch zahm und hatte vor Menschen keine Angst was wiederum manchen denken lässt, der Fuchs hätte Tollwut.

Jetzt begann eine Telefonaktion durch halb Deutschland mit Förstern, Wildparks und dem Dachverband für Wildparks Der setzte sogar eine

Vermittlungsanzeige in seine Verbandszeitschrift. Doch niemand wollte die kleine Fähe .Ein Förster bot sogar an Freya zu erschießen. Was wir denn mit einem Fuchs wollten, es gäbe doch schließlich genug davon. Gott sei Dank hat dann der Wildpark Knüll doch zugesagt unser Fuchsmädchen auf zu nehmen. Ein Rüde dort war allein und brauchte eine neue Frau. Uns so brachen wir an einem Samstag Ende August mit dem protestierenden Fuchs im Katzentransportkorb, geliebter Schmusedecke und Spielzeug auf Richtung Wildpark Knüll. Der Abschied war fürchterlich, aber für Freya das Beste.

Sie ist jetzt in einem großen Fuchsgehege in Sicherheit ,hat uns auch bei einem späteren Besuch tatsächlich wieder erkannt. Schwanz wedelnd und laut keckernd kam sie auf uns zu gerannt .Wenn Sie Lust haben besuchen Sie Freya doch mal im Wildpark Knüll !

Sylvia Buchenau

 

Stand 19.09.2004

© TSV Hessisch Lichtenau und Umgebung 1962 e.V.