Weihnachten 2003

Fröhliche Weihnachten ...

Mit Schrecken stellt man fest, dass schon wieder Weihnachten vor der Tür steht und mit großen Schritten ins Haus will, gefolgt von diesem aufdringlichen Jahreswechsel, den man nicht verhindern kann und der einen immer älter werden lässt!

Warum kommt denn so keine richtige Weihnachtsstimmung auf, wo ich doch mit intensiven Bemühungen unserer Wohnung diesen unvermeidlichen funkelnden und glitzernden Dekorationsstempel aufgedrückt habe. Schon am Nachmittag zünde ich Kerzen und Teelichter an, die ich überall verteilt habe, wo sonst keine stehen. Wenn ich allerdings an den letzten Stromausfall denke, bei dem mich mein Mann während des Vortastens zu einer Taschenlampe zu Tode erschreckt hat, ich glücklich Kerzen und Streichhölzer gefunden hatte, als das Licht schon wieder anging, denke ich darüber nach, ob nicht die ein oder andere Kerze immer stehen sollte.

Manchmal sind sie schon ausgebrannt, wenn mein lieber Mann so gegen 19:00 Uhr von der Arbeit nach Hause kommt. Aber das macht nichts, denn dann muss ich den Fernseher anstellen, Nachrichten und Quiz-Shows gucken, weil man schließlich wissen will, was in der bösen Welt los ist und man kann dabei noch etwas lernt.

Dieses Jahr gehöre ich zu jenen glücklichen Menschen, die sich nicht den Kopf über Geschenke zerbrechen brauchen. Ich bin auch immun gegen das Einkaufsfieber, vermeide damit zugleich aber leider die im Januar so beliebten Umtauschaktionen. Unsere Kinder haben uns nämlich mit der ungeahnten Idee überrascht, dieses Jahr keine Geschenke auszutauschen, sondern uns einfach gemütlich zusammen zu setzen, was leckeres zu essen und uns dem Gesellschaftsspielwahn hinzugeben. Das hat unsere volle Zustimmung gefunden und somit verbleibt für mich nur noch die Herstellung kulinarischer Köstlichkeiten.

Da unsere Tochter sich von ihrem alten Freund getrennt hat und mit einem neuen anrückt, ist „was leckeres zu essen“ auch kein Problem, weil der ja meine Kochdesaster noch nicht erlebt hat und sich daher völlig unbelastet und ohne Skepsis an den Tisch setzen kann.

Die vielen Haare, die sich bei der Planung grau färben und die Schweißperlen beim Zubereiten übersehen alle dezent. Unser Sohn wird natürlich frühzeitig fragen „was gibt’s denn heute Abend?“, um meinen Adrenalinspiegel ein bisschen anzukurbeln und für alle Fälle eine Pizza in der Gefriertruhe zu deponieren.

Der Hausherr ist wie immer mit allem einverstanden, denn er kennt seineliebe Frau und deren spontane Entscheidungen seit über 30 Jahren.

Außerdem ist nach den Festtagen ja noch genügend Zeit, um Vorschläge zu machen, was man denn zu essen hätte vorbereiten können!

Für Großeltern und Tanten war ich in der Adventszeit wieder kreativ handwerklich tätig und habe Kerzenhalter in unterschiedlichen Ausführungen angefertigt. Der Prototyp einer Laterne aus Kerzenwachs ist mir bei der ersten Inbetriebnahme leider geschmolzen. Ich habe meine ganze Bastelerfahrung zusammen genommen und das Teil dann so konzipiert, dass es jetzt (hoffentlich) nur leuchtet!

Aber wir sind ja keine Rabeneltern – ein paar schön verpackte Scheinchen werden an Heiligabend die Besitzer wechseln und den allseits Bedürftigen wieder neue Möglichkeiten für Planungen eröffnen, auch wenn das „nicht nötig gewesen wäre“.

Da sind dann noch unsere 5 Katzen, die es toll finden, bei dem nass-kalten Wetter zum Klettern nicht mehr in den Garten zu müssen, weil auf einmal ein Baum im Wohnzimmer steht. Und statt Vögelchen zu erschrecken, können sie bunte Kugeln jagen. Die haben nur den Nachteil, dass sie wie Seifenblasen zerplatzen. Dann gibt es Ärger mit Frauchen und der Staubsauger verdirbt den letzten Rest Jagdeifer.

Unser Hund sieht das gelassener, er orientiert sich mehr an den leckeren Gerüchen, die nun durchs Haus ziehen. Er frisst den unbeaufsichtigten Plätzchenteller leer und kotzt alles auf den frisch gesaugten Teppich, wenn wir alle gemütlich am Esstisch sitzen.

In diesem Sinne „fröhliche Weihnachten“.

Edda Hoffmann

 

Stand 7.09.2004

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