Was tun beim Auffinden eines verletzten oder kranken Wildvogels?

 

  Den verletzten Vogel in einen mit Luftlöchern versehenen Pappkarton setzen. Niemals in einem Käfig transportieren. Anschließend so schnell wie möglich in die Pflegestation bringen. Je schneller das Tier in Behandlung kommt, desto größer sind seinen Überlebenschancen.

 

Beim Anfassen von größeren Vögeln droht Verletzungsgefahr durch Fänge oder Schnabel, deshalb: Gesicht fernhalten, Handschuhe tragen und wenn möglich, den Vogel in eine Decke wickeln.

 

Sie sollten auf keinen Fall                                             

-         den Vogel selbst behandeln

-         Medikamente verabreichen

-         den Vogel zwangsernähren und Wasser einflössen (Erstickungsgefahr)

-         Ihren Findling herumzeigen – jeder zusätzliche Stress kann für das Tier tödlich sein

 

Was tun beim Auffinden eines hilflosen Jungvogels?

 

Jungvögel verlassen oft schon vor dem Flügge werden das Nest und werden von den Altvögeln weiterhin betreut, sie sind also nicht verlassen. Das ist z.B. bei Eulen (Waldkauz) der Fall. Findet man also einen Jungvogel sollte man ihn entweder ganz in Ruhe lassen oder an einem geschützten Ort in der Nähe der Fundstelle absetzen.

Keine Angst: Vögel darf man anfassen, ohne dass sie von den Eltern verstoßen werden (schwach ausgeprägter Geruchssinn). Nach dem Umsetzen sollte man sich entfernen, damit die scheuen Altvögel wieder füttern können.

 

Findet man einem aus dem Nest gefallenen Jungvogel (nackt oder im Gefieder nur schwach entwickelt), sollte man ihn, soweit möglich, zurück ins Nest setzen oder so schnell wie möglich in die Pflegestation bringen, da Jungvögel sehr schnell an Unterkühlung und Unterernährung sterben. Außerdem besteht die Gefahr von inneren Verletzungen durch den Sturz aus großer Höhe.

Auch hier gilt: Keine Selbstbehandlung, sondern in die Pflegestation bringen.

 

 

 

 

Pflege- und Auffangstation für Wildvögel

Sylvia Buchenau

Telefon 05602 / 3176 oder 0160 92 94 65 67

 

   

Bilder aus der Vogelstation

 

              

 

              

 

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Die Bilder auf dieser Seite sind schon ein paar Jahre alt und es ist an der Zeit das sich hier wieder ein bisschen was tut. Ich werde in lockeren Abständen Fotos von Vögeln hier zeigen die im Laufe der Jahre als Patienten oder Päppelkinder bei uns gelandet sind. Oktober 2011

Turmfalken

Von diesen kleinen Greifvögeln landen fast jedes Jahr welche bei uns, entweder als aus den Nest gefallene "Flauschbällchen" oder als verletzte Tiere."Flauschbällchen" kann man relativ leicht großziehen, bei den verletzten Tieren ist es manchmal schwierig sie wieder in die Natur zurück zu lassen, da oft Flügelverletzungen vorliegen. Diese Brüche müssen in der Regel genagelt werden, wenn möglich, um dem Vogel seine Flug- und vor allen Dingen Jagdfähigkeit zu erhalten. Ein Turmfalke, der nicht mehr richtig fliegen und jagen kann ist zum Verhungern verurteilt und manchmal ist es besser, diesen Vögel einzuschläfern. Als "Hüpfer" in einer Voliere ein Leben lang hinter Gittern zu leben geht gar nicht .Und wenn so eine Entscheidung auch schwer fällt, wer einmal dem rasanten Fug der Turmfalken zugesehen hat kann verstehen, das man sie nicht zu einem Leben in einer Voliere verurteilen darf.
Hier sehen sie nun einige Bilder dieser hübschen Greifvögel.

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Schleiereulen



Diese Vogelart gehört eher zu den seltenen Gästen hier bei uns. Der Bestand ist rückgängig, sie sind streng geschützt. Diese Eulen haben leider das Problem, geeignete Nistplatze zu finden. Es gibt immer weniger Bauern, schon ganz und gar welche die noch Getreide anbauen und in Scheunen lagern und genau so einen Platz brauchen die Eulen. Offene Scheuen, in den wegen des Getreides genügend Mäuse wohnen, die Hauptnahrung dieser bildschönen Eulen.
Ab und zu kommt aber doch mal eine an, das ist jedes Mal ein "Highlight"
Hier sehen Sie nun eine kleine Bildergalerie dieser tollen Eulen, 2. 3. und 4. Bild zeigen eine Jungeule, das Gefieder ist noch nicht umgefärbt, später sind sie eher weiß.

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Waldkäuze

Da wir gerade bei den Eulen sind ist hier nun eine andere Art, der Waldkauz. Diese Eule kommt bei uns neben der Waldohreule am häufigsten vor, ernähert sich hauptsächlich von Mäusen, kann die Nahrung aber auch auf Kleinvögel umstellen. Da Waldkäuze, wie fast alle Eulenarten, nachtaktiv sind, sieht man sie selten, ihr Ruf ist aber vielen bekannt und gerade von September bis November und im Frühjahr sehr oft zu hören. Als Pfleglinge sind sie absolut entzückend, gerade die Kleinen "Flauschbällchen haben unglaublichen Charme. Leider werden sie oft unnötiger Weise eingesammelt, kleine Waldkäuze können nach einem Absturz aus dem Nest erstaunlicher Weise wieder einen Baum hinauf klettern. Dies gilt natürlich nur, wenn sie nicht verletzt sind. Finder sollten schon genau schauen, ein Eulenkind, das nachts am Boden sitzt ist natürlich ein gefundenes Fressen für jeden Fuchs oder Marder.

Manchmal werden die Waldkäuze leider auch von einem Auto angefahren oder, was in den meisten Fällen tödlich endet, in einem Stacheldraht hängend gefunden. In dem Versuch, sich zu befreien wickeln sie sich völlig in den Draht und reißen sich die Flügel kaputt und können nur noch eingeschläfert werden. Ich zeige hier auch mal so ein Foto, nichts für schwache Nerven, aber vielleicht bewegt es ja den Einen oder Andern zum Umdenken, Stacheldraht ist völlig unnötig, es gibt andere Arten, eine Weide ausbruchsicher einzuzäunen.

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Das erste Eulenkind - 2012

Gestern wurde ein kleiner Waldkauz gebracht, er wurde auf einem Waldweg liegend gefunden, wahrscheinlich aus dem Nest gefallen. Ein knorriger Baum stand in der Nähe, dort war höchst wahrscheinlich die Eulenhöhle, aber in solch einer Höhe das das Küken nicht wieder reingesetzt werden konnte. Auch hatte der kleine Kauz Prellungen von Absturz. Nun sitzt er weich und warm und läßt sich super füttern, er bettelt schon wenn ich in die Nähe komme.
Die Finder hatten einen Tierarzt angerufen weil sie sich nicht sicher waren was das für ein Vogel ist, ein Greifvogel war ihnen aber schon klar, und wollten von ihm wissen welches Futter sie ihm geben konnten. Der Tierarzt hat allen Ernstes gesagt sie sollen Katzenfutter füttern !
Das gibt ziemliche Darmentzündungen, glücklicherweise hatten sie noch nicht allzu viel davon gefüttert. Nun bekommt er Eintagsküken, Mäuse und Hühnchenfleisch, ab und zu Geflügelherzen.
Wir werden in Abständen über das Aufwachsen der kleinen Eule berichten, schauen Sie doch ab und zu mal hier rein wenn es Sie interessiert.
 

.....eine Eule kommt selten allein......
Der kleine Waldkauz hat Gesellschaft bekommen, ein paar Tage später wurde ein Zweiter gefunden, diesmal in der Nähe von Eschwege. Nun kuscheln sie sich zusammen und betteln beide nach Futter wenn sie mich sehen, es kann auch schon mal vorkommen das der Eine dem Anderen das Futter aus dem Schnabel klaut, besonders, wenn es Mäuse gibt. (Tiefgefroren zu kaufen, damit Sie nicht denken, ich verfüttere lebende Mäuschen ! )

Nun sind einige Wochen vergangen und aus kleinen Flauschbällchen werden so langsam richtige Eulenkinder. Sie sind in eine Voliere umgezogen und müssen nun so langsam lernen das man sich das Essen selber fangen muß. Entzückend sind sie allerdings noch immer !


 

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Schwäne



 

Schwäne sind für mich etwas Besonderes, sie sind so majestätisch und einfach traumhaft schöne Tiere. Einige wissen ja vielleicht noch das ich mal einen kleinen Schwan groß gezogen habe, den Jonas, es ist in der Rubrik "Geschichten" nachzulesen. Aktuell leben bei uns zwei Schwäne, beide behindert. Pegasus wurde vor etlichen Jahren aus einem Wehr bei Hann. Münden befreit, ein Flügel war so schwer verletzt das wir ihn amputieren mussten. Charlotte kam letztes Jahr dazu, auch ihr mussten wir einen Flügel amputieren, der eigene Vater hatte ihn ihr gebrochen als im Frühjahr die Jungschwäne vertrieben wurden weil die Elterntiere ein neues Gelege hatten. Sie wurde nach Wochen von der Feuerwehr eingefangen, der Flügel hing nur noch am Hautfetzen und Sehnen und war schon nekrotisch ( abgestorben ).

Die beiden Schwäne verstehen sich blendend und kommen mit ihren Behinderungen bestens klar, nur eben fliegen können sie nicht mehr.

Hier sehen Sie nun einige Bilder dieser stolzen Vögel, auch Jonas ist darauf zu sehen. Von ihm existieren auch einige, nicht so ganz artgerechte Bilder, er dachte ja, er ist mindestens ein Hund. Und Hunde dürfen ja auf dem Sessel liegen, oder ? So sah er das jedenfalls. Auch ein Bild von einem sehr kranken Schwan ist dabei, sie saß vorübergehend in meiner Badewanne

 

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Elstern

Diese Vogelart ist in der Bevölkerung etwas umstritten. Die Einen mögen sie und bewundern die Intelligenz der Elstern, die Anderen verdammen sie weil sie angeblich alle Nester räubert. Es stimmt schon, eine Elster räubert Vogelnester, aber das macht das nette Eichhörnchen ebenso wie der Igel, der nachts die Bodenbrüter frisst und während der Brutzeit verschmäht auch eine Amsel oder Drossel nicht die Küken anderer Kleinvögel um ihre eigenen Kinder satt zu bekommen.
Elstern als Pfleglinge sind jedenfalls ganz entzückend, das Problem entsteht leider erst hinterher wenn sie dann zu zahm oder völlig fehlgeprägt sind und die Menschen nicht mehr meiden. Diese Problematik hat man übrigens bei fast allen Rabenvögeln, besonders bei den Kolkraben kann es später richtig gefährlich werden wenn sie zum Beispiel auf einem Schulhof auf die Kinder zufliegen um an deren Pausenbrote zu kommen. da kann es zu ganz üblen Verletzungen kommen. Deshalb sollten Rabenvögel zur Aufzucht unbedingt in erfahrene Hände um eine Fehlprägung zu vermeiden.
Hier sehen sie nun einige Bilder, angefangen von ganz kleinen Küken, das Nest war bei einem Sturm vom Baum gefallen bis hin zu den erwachsenen schwarz / weißen Gesellen.